

Im Fußball, wie auch in anderen Sportarten, ist die Favoritenrolle vor einer Begegnung häufig recht klar ersichtlich. Dies lässt sich oftmals bereits an den angebotenen Wettquoten für die jeweilige Spielpaarung bzw. das Sportereignis ablesen. Die Einschätzung eines Favoriten basiert dabei zu einem großen Teil auf bisherigen Ergebnissen, der aktuellen Form, den jeweiligen Mannschaftsstärken sowie weiteren sportlichen Rahmenbedingungen. Die Vergangenheit liefert hierfür wichtige Anhaltspunkte, auch wenn sie selbstverständlich keine Garantie für zukünftige Resultate darstellt.
Viele Sportwetter bevorzugen Wetten auf die vermeintlich stärkere Mannschaft. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ein Favorit besitzt nach Einschätzung des Buchmachers eine höhere Gewinnwahrscheinlichkeit als der Außenseiter. Damit verbindet sich häufig die Erwartung, mit einem vergleichsweise geringen Risiko einen Gewinn erzielen zu können. Allerdings bedeutet eine höhere Eintrittswahrscheinlichkeit keineswegs automatisch, dass eine solche Wette auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Schließlich fallen die angebotenen Quoten bei deutlichen Favoriten entsprechend niedriger aus.
Doch so einfach ist es nicht. Man muss unbedingt beachten, dass sich nicht jede Fußballliga hinsichtlich der Favoritensiege gleichermaßen verhält. Dies gilt ebenso für andere Wettarten, beispielsweise Heimsiege, Auswärtssiege, Handicapwetten oder die Toranzahl über 2,5 Tore. Während in einigen Wettbewerben die favorisierten Mannschaften vergleichsweise häufig ihrer Rolle gerecht werden, treten in anderen Ligen deutlich mehr Überraschungen auf.
Entscheidend ist dabei jedoch nicht allein, wie oft ein Favorit tatsächlich gewinnt, sondern vor allem, ob die angebotenen Wettquoten in einem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Gewinnwahrscheinlichkeit stehen. Eine Liga mit besonders vielen Favoritensiegen muss deshalb nicht zwangsläufig auch besonders gute Gewinnmöglichkeiten bieten. Sind die Quoten entsprechend niedrig angesetzt, kann selbst eine hohe Trefferquote langfristig zu Verlusten führen.
Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die unterschiedlichen Wettbewerbsbedingungen der einzelnen Fußballligen. In manchen Ligen bestehen erhebliche finanzielle und sportliche Unterschiede zwischen den Spitzenmannschaften und den übrigen Vereinen. Andere Wettbewerbe zeichnen sich dagegen durch eine relativ ausgeglichene Leistungsstärke aus, wodurch vermeintliche Außenseiter häufiger für Überraschungen sorgen können.
Auch der Heimvorteil, die Belastung durch internationale Wettbewerbe, personelle Ausfälle oder die jeweilige Bedeutung einer Begegnung können die Ausgangslage verändern. Ein klarer Favorit auf dem Papier muss deshalb nicht zwangsläufig auch auf dem Spielfeld eine entsprechend überlegene Leistung zeigen.
Gute Überblicke über das bisherige Abschneiden von Favoriten und die Besonderheiten einzelner Wettbewerbe befinden sich in den verschiedenen Fußball-Auswertungen dieses Portals.
Bei den Favoritenangaben wird/ wurde zudem darauf hingewiesen, ob sich die jeweilige Spielpaarung in einer Liga befindet, die sich in der jüngeren Vergangenheit hinsichtlich der betreffenden Wettart besonders auffällig entwickelt hat. Solche Informationen können bei der persönlichen Einschätzung einer Begegnung durchaus hilfreich sein.
Allerdings sollte man sich nicht ausschließlich auf vergangene Erfolgsserien verlassen. Auch längere positive Entwicklungen können jederzeit enden. Eine besonders hohe Trefferquote in den vergangenen Wochen bedeutet keineswegs, dass sich dieser Trend zwangsläufig fortsetzen wird.
Wer sich mit Sportwetten beschäftigt, sollte daher nicht nur auf die vermeintlich wahrscheinlichsten Ergebnisse achten, sondern stets auch die angebotenen Quoten und das damit verbundene Verlustrisiko berücksichtigen. Schließlich besteht das Ziel vieler Sportwetter darin, langfristig eine positive Bilanz zu erreichen – was in der Praxis allerdings deutlich schwieriger ist, als es zunächst erscheinen mag.
Besondere Vorsicht ist bei ausgesprochen niedrigen Favoritenquoten geboten. Quoten von 1,30 oder darunter wirken auf den ersten Blick häufig attraktiv, weil der Eintritt des erwarteten Ergebnisses als relativ wahrscheinlich gilt. Der mögliche Gewinn steht jedoch in einem ungünstigen Verhältnis zum eingesetzten Kapital, sobald es zu einer Überraschung kommt.
Ein einfaches Beispiel verdeutlicht diese Problematik: Wer zehnmal jeweils 100 Euro auf einen Favoriten mit einer Quote von 1,30 setzt und dabei achtmal gewinnt, erzielt insgesamt lediglich 240 Euro Nettogewinn aus den erfolgreichen Wetten. Dem stehen jedoch 200 Euro Verlust aus den beiden verlorenen Wetten gegenüber. Übrig bleibt ein Gesamtgewinn von gerade einmal 40 Euro.
Bereits eine weitere verlorene Wette würde die Bilanz deutlich ins Minus drücken. Bei sieben gewonnenen und drei verlorenen Wetten ergäbe sich trotz einer Trefferquote von 70 Prozent ein Gesamtverlust von 90 Euro.
Um bei einer Quote von 1,30 langfristig überhaupt die Gewinnschwelle zu erreichen, müsste die tatsächliche Trefferwahrscheinlichkeit bei rund 76,9 Prozent liegen. Erst oberhalb dieser Grenze wäre die Wette bei wiederholten Einsätzen und zutreffender Wahrscheinlichkeitseinschätzung rechnerisch profitabel.
Daraus lässt sich allerdings nicht grundsätzlich ableiten, dass Favoritenquoten unter 1,30 niemals gespielt werden sollten. Entscheidend bleibt immer das Verhältnis zwischen der angebotenen Quote und der tatsächlichen Eintrittswahrscheinlichkeit. Gerade bei sehr niedrigen Quoten können jedoch bereits wenige überraschende Ergebnisse zahlreiche vorherige Gewinne wieder zunichtemachen.
Die vermeintliche Sicherheit eines klaren Favoriten sollte deshalb niemals mit einer sicheren oder automatisch gewinnbringenden Sportwette verwechselt werden. Auch die stärkste Mannschaft kann verlieren – und genau darin liegt letztlich ein wesentlicher Bestandteil der Faszination des Sports.
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